Du bist, was du isst – Teil I

Salat mit Garnelen Bild fotolia

Salat hat viele Vitamine, Obst hilft beim Abnehmen und Veganer leben gesünder. Es gibt unzählige Trends, Mythen und nicht zu vergessen, die alles entscheidende und finale Lösung bringende Diät. Ebenso viele Berichte von Boomerang-Effekten, schädlichen Solo-Diäten und „Aufklärungspropheten“ tummeln sich im weltweiten Netz. Was davon ist wirklich ein ernstzunehmender Tipp, was ist wirklich eine Unterstützung des Immunsystems und was ist einfach nur ein witziger Trend?

Sie kennen doch bestimmt auch eine Freundin oder einen Bekannten, die essen können was sie wollen und einfach immer die gleiche, schlanke Figur haben. Vielleicht gehören sie auch zu den Menschen, die nur an etwas denken müssen und schon fühlt sich die Hose etwas enger an. Zu Beginn sollte sich jeder ernsthaft die Frage stellen, ob man nur besser aussehen möchte oder ob es in der Tat einen gesundheitlichen Hintergrund gibt, um seine Ernährung anders zu gestalten. Essen ist, neben der reinen Nährstoffaufnahme, immer eine Frage von Genuss und hat unweigerlich Auswirkung auf unser Gefühlsleben – das sollte niemals vergessen werden. Es gibt eine Reihe von Studien, die klar aufzeigen, dass starke Maßregelung des Faktors „Genuss“ bei uns Menschen Stress auslöst mit all den negativen Folgen.

Wir wollen das Thema Ernährungstrends mit in unseren Blog aufnehmen. Ja – eine große Aufgabe, die wir hier vor uns haben. Denn wir möchten uns etwas anders mit diesem Thema auseinandersetzen. Es wird um die Frage der Fremd- und Eigenwahrnehmung gehen. Es wird darum gehen, ob Maßeinheiten wie der Body-Mass-Index wirklich zielführend sind, welche Nahrungsmittel in welcher Form den Körper unterstützen. Wir werden aber auch Dinge wie „die Mentale Figur“ ins Spiel bringen.

Keine Panik, wir wollen nicht in ihr Selbstbewusstsein eindringen. Wir wollen einen gesunden Bezug zur Figur herstellen und uns unproblematisch bzw. nicht problematisierend mit Lebensmitteln und Ernährung auseinandersetzen.

Wir fangen nicht mit einem „schickimicki“- Produkt an und wir wollen auch nicht eine bestimmte Ernährung bevorzugen. Wir versuchen ausgewogen zu sein und dazu gehören Fleischgerichte ebenso wie vegane und vegetarische Gerichte.

Grandmother making pancakes/Adobe Stock

Beginnen wir doch mal bei „Kochen wie zu Omas Zeiten“.

Frisch, saisonal und lokal – es gibt ihn, den verklärten Blick auf die Ernährungs-gewohnheiten unserer Großeltern. „Das war nachhaltig“- pflegt der ein oder andere noch eifrig hinzuzufügen. Also ran an die „Bulletten“ und – ich kann es mir nicht verkneifen: Licht ins Dunkel gebracht.

Ein großes Problem der heutigen Zeit, ist die Nutzung von Sprüchen, Überschriften oder auch von Anglizismen. Sie werden von „Trendsettern“ wohlüberlegt genutzt, um die subjektive Assoziation der Menschen bewusst (aus)zu nutzen. „Omas Ernährung“ steht demnach für „nicht industriell“ oder auch „biologisch“ und neuerdings eben auch für „nachhaltig“. Das Omas Sonntagsbraten und die Sauce dazu eine geschmackliche Wucht waren, darin besteht wohl kaum Zweifel. An diesem Punkt scheiden sich aber auch schon die Geister. Fett ist ein Geschmacksträger und davon hat zumindest meine Oma ordentlich gebrauch gemacht. Fett – hier setzen wir mal ein Lesezeichen! Dafür habe ich die Sauce auch vollkommen solo, nur mit ordentlichem Bauernbrot gegessen. Brot – ist auch so ein schwieriges Thema – hier setzen wir auch mal ein Lesezeichen! Es gab auch immer ordentlich Gemüse aus dem eigenen Garten. Meine Oma hat viel in Einmachgläsern eingekocht – also gab es zu jeder Jahreszeit Gemüse. Verfeinert mit Butter, Salz und einer schönen Mehlschwitze. Wir müssen schon wieder Lesezeichen setzen: Es kommen Butter, Salz und Mehlschwitze dazu.

Der Braten kam aus dem Ofen, der mit Briketts befeuert wurde – Röstaromen inklusive. Ich habe die Kruste geliebt. Als Kind hätte ich mich gut und gerne nur von dieser herrlichen Kruste ernähren können. Hurra – ein neues Lesezeichen kommt hinzu: Röstaromen.

Damals waren die Lebensmittel noch „echt“ und „ehrlich“ – das Schwein vom Bauern nebenan (o.k. ich war ein Stadtkind mit extrem ländlichen Wurzeln), das Brot vom Bäcker in der Nacht gebacken und Fisch ohne Gentechnik und Aufzuchtfarmen. An diesem Punkt muss man ehrlicher Weise ganz klar den Unterschied zwischen Stadt und Land unterstreichen. Wir nehmen mal den Begriff „Lebensmittelehrlichkeit“ in die Lesezeichenliste mit auf. Ach ja, „Einmachgläser“ – die müssen auch unbedingt auf die Liste.

Was haben wir denn bis jetzt: FETT, BROT, BUTTER, SALZ, MEHLSCHWITZE, RÖSTAROMEN, LEBENSMITTELEHRLICHKEIT, EINMACHGLÄSER – gut, ich denke das reicht erst einmal. Und wie heißt es so schön, wenn’s am schönsten ist, soll man aufhören! In diesem Sinne, schließen sie die Augen, denken sie an Omas Schweinebraten und freuen sie sich auf die Fortsetzung. Dann machen wir uns an die Lesezeichen – versprochen. Sie dürfen bis dahin gerne kommentieren, hinzufügen, anmerken – was auch immer.