„KnoffHoff“ – Sonne und Gene lösen Hautkrebs aus

UVB and UVA radiation penetrate into skin. Detailed skin anatomy.

Das Rätsel um die unmittelbaren Ursachen von Krebs ist noch immer nicht vollständig gelöst. Mittels Beobachtungen und Forschung kann man inzwischen Zusammenhänge herstellen und sogenannte potenziell krebsauslösende Faktoren definieren. Zufall ist Krebs keinesfalls und wenn man einer hohen Exposition potenziell krebsauslösender Stoffe ausgesetzt ist, kann man begründet von einem erhöhten Risiko sprechen, an Krebs zu „erkranken“. Wenn Sie einen Krebsforscher fragen, was man gegen Krebs tun kann, wird er ihnen antworten: Rauchen sie nicht, trinken sie keinen Alkohol, vermeiden sie Röstaromen und Frittier Fett, benutzen sie Sonnencreme oder meiden sie lange Aufenthalte in der prallen Sonne, ernähren sie sich gesund und treiben sie regelmäßig Sport (soweit eine Kurzfassung in Schlagworten). Wenn sie ihn dann fragen, ob sie damit ausschließen können an Krebs zu erkranken wird er sagen – sagen müssen: Nein! Sie kennen sicherlich auch das Argument des Rauchers, der den nicht rauchenden Sportler mit Lungenkrebs beschreibt und der einen Opa hatte, der bis ins hohe Alter geraucht hat und kerngesund war. Ob jemand an Krebs erkrankt oder nicht, ist sicherlich von einer ganzen Reihe an Einflussfaktoren abhängig und eventuell ist es ein Zusammenwirken der verschiedenen Faktoren in Kombination mit einer persönlichen, krankheitsfördernden Körper-(zell)-Situation – der Fachmann sagt: Disposition.

Schauen wir uns den Hautkrebs und seine potenziellen Auslöser einmal an. Denn dieser steht im Zusammenhang mit Strahlung und hat deshalb unsere ganze Aufmerksamkeit.

Sorten von Hautkrebs/ Bild Adobe Stock

Die Strahlung – Der Krebs kommt im Sommer aus dem All

Zu den größten Risikofaktoren für eine Hautkrebserkrankung zählt derzeit die UV-Strahlung. Sie ist ein Teil der Sonnenstrahlung (Ausführliche Artikel zum Thema finden Sie Licht ins rechte Licht gerückt Teil I, Teil II oder Teil III, zwei Videos zum Thema Licht finden Sie HIER).

Die UV-Strahlung wird für Mutationen in den Genen verantwortlich gemacht, die dann letztendlich ein übermäßiges Wachstum – den Tumor verantwortlich sind. Büromenschen, die immer nur kurze Zeit einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind erkranken schneller und in jüngeren Jahren an Hautkrebs, wie Personen, die sich ständig in der Sonne aufhalten und dann eher im Alter an Hautkrebs erkranken.

3d illustration of a cross-section of a diseased skin with melanoma that enters the bloodstream and lymphatic tract

Forscher am Karlsruher Institut für Technologie haben nun festgestellt, dass das UV-Licht scheinbar auch wandert, denn sie schädigt auch weiter entfernt von der Eintrittsstelle der UV-Strahlung das Erbgut (DNA). Sie beobachteten den Vorgang, der zur Schädigung der DANN führt. Licht (UV-Strahlung) beeinflusst einen Baustein der DNA (Thymin) in der Art, das benachbarte Thymine eine feste Verbindung bilden. In einfachen Worten: zwei benachbarte Bausteine „verschmelzen“ zu einem. In der Fachsprache sind dies sogenannte CPD-Schäden. Die Folge hiervon ist, dass die, in der DNA abgelegte Erbinformation nicht mehr korrekt ausgelesen werden kann und es dann zu Mutationen kommt. Berichtet haben die Forscher über diese Ergebnisse in der Zeitschrift Angewandte Chemie. Nachlesen können sie auf der Seite des KIT. Wenn Sie sich für die Einzelheiten der DNA-Schädigung interessieren empfehlen wir ihnen diesen Artikel der Ludwigs-Maximilians-Universität München. Und wenn Sie zum Experten für DNA werden wollen finden Sie auf der Seite des Telekolleg BR schöne Videos, die komplexe Inhalte rund um die Vervielfältigung der DNA verdeutlichen.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass ein Baustein, der bei diesem Experiment verwendet wurde, auch in Antibiotika enthalten sein kann und dadurch die Haut um einiges Lichtempfindlicher wird!

Der Einfluss der Gene

Wie in der Einleitung schon betont, sind es meist eine Kombination von Umständen, die einen Prozess anstoßen. Hautkrebs ist demnach nicht nur eine Frage der Einstrahlung von UV-Licht. Auch die eigenen Gene – die Disposition – ist entscheidend. Am stärksten gefährdet für Hautkrebs sind hellhäutige Menschen mit roten Haaren. Nicht dass sie jetzt denken, die roten Haare wären schuld – Nein! Das Erbgut, dass zu heller Haut und roten Haaren führt ist das Problem. Auch erkranken häufiger Menschen mit Leberflecken an Hautkrebs. Auch hier ist nicht primär der Leberfleck das Problem.

Um zum Kern dieses Blogs zu kommen. Wenn ich 10 kerngesunde Tiere einer Mobilfunkstrahlung – und nur einer Mobilfunkstrahlung aussetze, kann es in der Tat sein, dass dies folgenlos bleibt. Damit wäre noch nicht der Beweis erbracht, dass Mobilfunkstrahlung grundsätzlich ungefährlich ist. Gemäß der Fragestellung in unserem Leitartikel zum Jahresanfang wäre eine andere Herangehensweise sinnvoll, um die Folgen der Mobilfunkstrahlung auf den Körper zu untersuchen. Sie wollen wissen, welche Fragestellung wir zum Jahresanfang aufgestellt haben – hier kommen Sie zum Artikel.